Von Albanien hatte ich keine rechte Vorstellung. Ich stellte mir irgend etwas Weites, Hügeliges vor und war überrascht, in einem gebirgigen Land anzukommen. Die Landschaften und ihre Atmosphäre wirken oft sehr magisch. Einzig von Vogelgezwitscher unterbrochene Stille die unsere Wanderungen begleitete, Wald, Urwald eigentlich, darin immer wieder von der Pflanzenwelt bereitgehaltene Ueberraschungen. Alleine die Vielfalt an Orchideen! Kleine, terrassierte Olivenhaine. duftende Blumenwiesen mit einer unglaublichen Vielzahl an Pflanzen und noch nie gesehenen Sommervögeln. Geröllfelder, übersät mit Versteinerungen. Die Orte wirken oft wie aus der Zeit gefallen. In die Hänge gebaute Städte und Dörfer, eng beieinander, zusammengebaut, oft im osmanischen Baustil. Steile, enge Gässchen, Kopfsteinpflaster, unbefestigte Wege. Gelassene freundliche Menschen, die sogar Fremde zu einem Raki und einem Plausch einladen! Frauen die am Strassenrand ihre zu verkaufenden Handarbeiten ausstellen, Männer, die da ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse anpreisen Waren, auf den Rücken von Eseln transportiert, – streunende Hunde und Katzen – ja, das leider auch. Einzelne Kühe, von ihrem Besitzer am Strassenrand (auch an der Autobahn) spazieren geführt. Familien, die in Handarbeit auf ihren Feldern und Aeckern arbeiten. Kleine, von Schäfern begleitete Schafherden im Gebirge. Viele halb verlassene Bergdörfer verlassen, doch die noch Dagebliebenen wirken nicht hoffnungslos, tragen Sorge zu ihrem eigenen Haus, zu ihrem Garten, ihren Feldern.
Ein solch vielfältiges, sich im Umbruch befindendes Land mit Reisebegleitern wie Saimir und Aylin besuchen zu dürfen ist ein Geschenk. Die beiden Reiseleiter lieben Albanien und auch wenn sie es nie aussprechen – es ist deutlich zu spüren. Saimir ist kein Romantiker, er beschönigt nichts, spricht über den in die Natur geworfenen Abfall, aber zeigt auch die Veränderungen auf, spricht über die politischen Pläne, brachte uns in Kontakt mit Menschen, die ihren Beitrag zu einem sanften Tourismus leisten. So besteht die Hoffnung, dass es diesem schönen Land gelingen wird, nicht in die üblichen Tourismusfallen zu tappen. Mit Kompetenz, Engagement, Fröhlichkeit und Ruhe haben uns Aylin und Saimir durch diese Reise zu einer aussergewöhnlichen Erfahrung verholfen.












